Kakao aus Fairem Handel

27

Nov.

Bauern fordern faire Schokolade

Kakaobauern-Vertreterinnen aus Ghana auf Deutschland-Tour zur Advents- und Weihnachtszeit

Mehr als ein halbes Kilogramm Süßigkeiten isst der Durchschnittsdeutsche pro Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit – vor allem Schokoladenprodukte. Doch die Kakaobäuerinnen und -bauern haben davon wenig: An einem verkauften Schoko-Weihnachtsmann verdienen sie gerade einmal sechs Cent. Deshalb fordern die Kakaobäuerin Elizabeth Osei Agyei und NGO-Referentin Sandra Kwabea Sarkwah aus Ghana: Kakaobauern müssen mehr Einfluss auf den Kakaopreis haben. Auf Einladung der Entwicklungsorganisation INKOTA sind sie zu Gast in Deutschland und berichten vom 3. bis 7. Dezember in Berlin, Oldenburg, Köln, Tübingen und Speyer über das harte Leben mit dem Kakao.

Kakao


„Der Preis muss steigen“, sagt Elizabeth Osei Agyei. „Sonst haben viele Bauern kein Geld, um Schulmaterialien für ihre Kinder zu kaufen.“ Die Kakaobäuerin aus Ghana macht mit wenigen Sätzen deutlich, worüber die Schoko-Branche streitet: Die Höhe des Kakaopreises ist die Gretchenfrage, wenn es um Mittel gegen die Armut im Kakaoanbau geht. Das Einkommen einer typischen Kakaobauernfamilie in Ghana müsste sich etwa verdoppeln, um existenzsichernd zu sein. Bei der Weltkakaokonferenz im April in Berlin gab die Siegel-Initiative Fairtrade zu, dass selbst die meisten Fairtrade-Bauern trotz Zertifizierung unterhalb der Armutsgrenze leben.

Auf ihrer Rundreise durch Deutschland stehen nun Agyei und Sarkwah Rede und Antwort: Wie ist der Alltag einer ghanaischen Kakaobauernfamilie? Was muss sich in der ghanaischen Kakaopolitik ändern? Welche Verantwortung trägt die Schokoladenindustrie? Welchen Beitrag müssen VerbraucherInnen und die Politik in Deutschland leisten, um die Situation der Bäuerinnen und Bauern zu verbessern?

ghana kakao

Informationen zu den Gästen

Elisabeth Osei Agyei (41) ist Kakaobäuerin aus Asamankese in der Eastern Region von Ghana. Sie ist Mitglied der größten ghanaischen Kakaokooperative Kuapa Kokoo. Bei der Veranstaltung wird sie aus erster Hand über den Alltag von Kakaobäuerinnen und –bauern berichten und insbesondere einen Einblick in die Situation von Frauen im Kakaosektor geben.

Sandra Kwabea Sarkwah (30) ist Projektkoordinatorin bei der Nichtregierungsorganisation SEND-Ghana. Die INKOTA-Partnerorganisation unterstützt Kakaobauernorganisationen dabei, ihre Rechte gegenüber der ghanaischen Regierung und der Schokoladenindustrie einzufordern. Bei der Veranstaltung wird sie über die Arbeit von SEND berichten und einen kritischen Blick auf die ghanaische Kakaopolitik werfen.

  • Mo., 3. Dezember, ab 18.30 Uhr (Berlin): taz kantine, Friedrichstr. 21
  • Di., 4. Dezember, ab 19 Uhr (Oldenburg): Kulturzentrum PFL, Peterstr. 3
  • Mi., 5. Dezember, ganztägig (Köln): Interviewmöglichkeiten auf Anfrage
  • Do, 6. Dezember, ab 17 Uhr (Tübingen): Stadtbücherei, Nonnengasse 19
  • Fr., 7. Dezember, ab 19 Uhr (Speyer): VHS Speyer, Bahnhofstr. 54.