Der Arbeitskreis Eine Welt Münster e. V. ist der Hauptgesellschafter der FAIR Handelsgesellschaft mbH. Seit 1989 setzt sich der Verein im Großraum Münster für die internationale Völkerverständigung ein und will am Beispiel der Aktion Dritte Welt Menschen für den Einsatz für eine gerechtere Welt gewinnen.
An der Bildung des Arbeitskreises Eine Welt Münster e. V. waren zwei Strömungen beteiligt. Im Jahr 1986 trafen sich erstmals Vertreter der Sachausschüsse Mission, Entwicklung und Frieden in der Fachstelle Mission-Entwicklung-Frieden des Bistums Münster auf Einladung von Pater Jürgen Pelz. Auf diesem ersten Treffen von Vertretern verschiedener katholischer Pfarrgemeinden entstanden Ideen für eine gemeinsame Aktion in der Fastenzeit 1987.
Im Jahre 1987 wurde dann aus dem losen Zusammenschluss der kontinuierlich arbeitende “Arbeitskreis Dritte Welt im Stadtdekanat Münster“. Ein gewählter Koordinierungsausschuss übernahm die Organisation jährlich stattfindender Großveranstaltungen. Daraus entstand Anfang 1989 der Ökumenische Zusammenschluss der christlichen Eine-Welt- bzw. Dritte-Welt-Gruppen in der Stadt Münster. Eines der Tätigkeitsfelder war von Beginn an die Teilnahme an der Aktion Dritte-Welt-Handel.
Die zweite Wurzel der Arbeit liegt in der katholischen Pfarrgemeinde St.Joseph in Münster. Dort hatte bereits 1981 eine Gruppe zusammen gefunden, die den Vertrieb von Eine-Welt-Produkten plante und dies ein Jahr später mit dem Angebot eines breiten Sortiments an GEPA-Produkten bereits erfolgreich startete Der Arbeitskreis Solidarische Welt St.Joseph stellte dazu seine in den Vorjahren erwirtschaftete Kapitalgrundlage zur Verfügung, und die Gemeinde St.Joseph einen Lagerraum. Nachdem zunächst drei Gemeinden einen gemeinsamen Einkauf organisiert hatten, wurde im Jahr 1988 die Einkaufsgemeinschaft 3.Welt Handel im Stadtdekanat Münster gegründet. Sie bot neben dem Verkauf Informationsveranstaltungen zum Alternativen Handel an. 1989 beteiligten sich die Gruppen dann mit der Gewährung zinsloser Darlehn an der Vorfinanzierung der Einkäufe. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war dann auch ein ökumenisches Anliegen daraus geworden, das gemeinsam von katholischen und evangelischen Partnern getragen und gestaltet wurde.
Der Umfang der Wirtschaftstätigkeit und der Aufwand für die Bildungsaktivitäten machten die Organisation der Zusammenarbeit im Rahmen einer verbindlicheren Rechtsform notwendig. So wurde im Dezember 1989 der Arbeitskreis Eine Welt Münster e. V. gegründet, der bis heute die Arbeit im Großraum Münster wesentlich mitgestaltet. Der Verein wurde zum Regionalverteiler für die GEPA, sowie in geringerem Umfang für verschiedene andere Organisationen. Im Jahr 1991 konnte dann erstmals eine Mitarbeiterin mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 15 Stunden eingestellt werden. Neben der Abwicklung der geschäftlichen Fragen führte sie auch Bildungsseminare in Verbindung mit unterschiedlichen Trägern durch. Der Verein konnte so sowohl seine Arbeit im Geschäftsbetrieb als auch im gemeinnützigen Sektor ausweiten.
Gegenüber dem Koordinierungsausschuss innerhalb der Stadt Münster wurde der Verein in einem Gebiet von Rheine bis Hamm tätig (d.h. ca. 40 km Umkreis von Münster) tätig und weitete seinen Aktionsradius später in Kooperation mit anderen Partnern noch weiter aus.
Im Jahr 1993 wurde schließlich sogar ein Fonds zur Unterstützung der entwicklungspolitischen Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel der Aktion Dritte Welt Handel geschaffen.
Ende 1993 entschied die Mitgliederversammlung auf Anregung des Vorstandes, den Geschäftsbetrieb weitestgehend aus der Arbeit des AK Eine Welt Münster e.V. auszugliedern. Der AK Eine Welt Münster e.V. gründete zusammen mit Einzelpersonen, darunter den Vorstandsmitgliedern des Vereins, die FAIR Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Münster. Der Verein schuf damit die Voraussetzungen, um die beiden Arbeitsbereiche Handel und Bildungsarbeit jeweils gezielter entwickeln zu können.
Inzwischen arbeiten über 100 Gruppen mit dem Arbeitskreis und der von ihm mitgegründeten Handelsgesellschaft zusammen. Im Großraum Münster ist dieses damit der größte Zusammenschluss kirchlicher Aktionsgruppen und Initiativen.
Eine dritte Wurzel ist schließlich die Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Gruppen und -Kreise im Bistum Münster und der Evangelischen Kirche von Westfalen, die durch ihre personelle und ideelle Unterstützung dazu beitrug, dass der Verein seine Arbeit durchführen und gemeinsam mit anderen Organisationen schließlich am Projekt Gruppenberatung teilnehmen konnte.
Der Verein hat seit seinem Bestehen viele Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt.
- Eine Welt Ausstellung
- Vorträge im Haus der Familie
- Projektpartnerbesuch von Anapqui
- Konzert mit Terra sem males
- Kaffeekampagne
- Projektfonds zur Unterstützung entwicklungspoltischer Projekte
- Regionalkonferenzen
- Frühstück mit Afrika
- Eine Welt und Umweltmarkt
- Handelspartner-Rundreise
- FAIR Trade Kongress
- Diskussion über die lokale Agenda 21
- Weltmarkt
- Musical „Cry of Mother Earth“
- Alternativer Weihnachtsmarkt zur Adveniat Eröffnung
- Weltladentag
- Geburtstag Münster-Kaffee
- Ausstellung „Land Macht Satt“
- Diözesanjugendtag
- 15 Jahre Arbeitskreis Eine Welt Münster e.V.
Das Beispiel der vielen Akteure und ihrer Arbeit zeigt, dass die Stadt Münster in Westfalen der Einen-Welt-Arbeit und einer Philosophie von der Einen Welt besonders verbunden ist. Aus Münster in Westfalen wird Münster in der Einen Welt.