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Apr.

Wenn CO2 sparen nicht geht

Klima-Kollekte stellt App für CO2-Kompensation vor

Der bei einer Reise verursachte Kohlendioxidausstoß kann ab sofort mit Hilfe einer kirchlichen App kompensiert werden. Die für Smartphones und Tablets geeignete Anwendung des Kompensationsfonds "Klima-Kollekte" wurde am Dienstagabend in Berlin vorgestellt. Die App berechnet die zurückgelegte Wegstrecke und die dabei ausgestoßenen Treibhausgase. Die dafür anfallenden Kompensationsgelder fließen in Klimaschutzprojekte.

Zu den elf Gesellschaftern der "Klima-Kollekte" gehören neben der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und dem Hilfswerk "Brot für die Welt" etwa die Caritas, das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und Misereor. "Unser Ziel ist es, Emissionen zu vermeiden und den verbleibenden Rest möglichst auszugleichen", sagte Geschäftsführerin Olivia Henke. Man wolle mit der App jüngere Zielgruppen erreichen und für das Thema sensibilisieren.

Carolin Ritter, Bundesgeschäftsführerin des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), erklärte am Rande der App-Präsentation, nur über Verbote werde sich das Problem der Treibhausgase im Verkehr nicht lösen lassen. Nötig sei es vielmehr, Anreize zu schaffen. Busse und Bahnen, Fußgänger und Radfahrer müssten gestärkt werden. Man brauche eine "ganz andere Mobilitätskultur". Die Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung, Marlehn Thieme, die auch Mitglied des Rates der EKD und Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates ist, glaubt nicht, dass der Individualverkehr mit dem Auto verschwinden wird. "Er wird gebraucht, nicht mehr in den Städten, aber in den ländlichen Räumen", sagte sie. Allerdings habe der Dieselskandal den Menschen in Deutschland gezeigt, "dass es nur noch mit Korruption möglich ist, diese Form der Mobilität zu betreiben". Von der aktuellen Bundesregierung sei in Sachen klimafreundliche Mobilität keine Lösung zu erwarten. "Man kann nur hoffen, dass da noch etwas Vernunft einkehrt", so Thieme.

Der Beauftragte für den Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Patrick Roger Schnabel, nahm die Industriestaaten in die Pflicht. Diese müssten in Vorleistung gehen, um anderen das Kohlezeitalter zu ersparen. "Wir glauben als Kirchen, dass wir diese Erde nicht zur Ausbeutung bekommen haben, sondern um in guter Haushalterschaft damit umzugehen", sagte Schnabel. "Wir müssen über die Theologie die Menschen dahin führen, zu erkennen, was ihr wohlverstandenes eigenes Interesse ist.

Für Android-basierte Mobilgeräte steht die App im Google Play Store unter https://play.google.com/store/apps/details?id=de.klimakollekte.rechner und für Apple-Geräte im App Store (iOS) unter https://itunes.apple.com/de/app/id1451959150 bereit.

Weitere Informationen zur App und Ihre Ansprechpartnerin finden Sie unter https://klima-kollekte.de/app/

Quelle: KNA-Meldung.