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15

Jun.

Auch soziale Kosten berücksichtigen

Nachhaltigkeitsrat fordert krisenfestes Ernährungssystem

Der Rat für nachhaltige Entwicklung hat ein Umdenken im Ernährungssystem gefordert. Als nachhaltig gelten dem Rat zufolge nur Systeme, die widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen wie beispielsweise dem Klimawandel oder Pandemien sind, heißt es in einer Empfehlung des Rates an die Bundesregierung.

Soziale, ökonomische und ökologische Grundlagen der Nahrungsmittelproduktion für zukünftige Generationen dürften in solchen Krisenzeiten nicht gefährdet werden. Die aktuelle Corona-Pandemie zum Beispiel könne eine globale Ernährungskrise auslösen und werde "in jedem Fall die Zahl derer, die unter extremem Hunger leiden, verdoppeln", erklärte Ratsmitglied und Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Deswegen müssten nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Ernährungssicherheit und -souveränität zu stärken, Bauern weltweit Planungssicherheit zu bieten und Lebensmittelspekulationen zu verhindern. "Unserem Ernährungssystem kommt eine Schlüsselrolle zu, um uns gesund und vielfältig zu ernähren, die Biodiversität zu erhalten und das Klima zu schützen", sagte der stellvertretende Ratsvorsitzende Imme Scholz. Stellungnahme Nachhaltigkeitsrat

Der Rat forderte unter anderem, Preissignale zu setzen, um Nachfrageimpulse zu geben, sowie soziale Kosten in Preisen zu berücksichtigen. Außerdem sei eine Vernetzung sowohl in Deutschland und der Europäischen Union als auch in anderen Weltregionen, aus denen Rohstoffe und Güter bezogen und in die Ernährungsprodukte exportiert würden, nötig.

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