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Apr.

Hilfsorganisationen: Weltweites Recht auf Ernährung sichern

Forderungen an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir gerichtet

KNA-Meldung

Die durch den Krieg "verursachte Verschärfung der Welternährungskrise" müsse die Politik endlich aufrütteln, hieß es in einem gemeinsamen Appell von Fian, Inkota, Misereor, Brot für die Welt, Oxfam, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und der Christlichen Initiative Romero. Die Organisationen waren mit einem großen Friedenssymbol aus jungen Getreidepflanzen, flankiert von zwei Traktoren, vor das Bundeslandwirtschaftsministerium gezogen.

Grundlage bei der Bewältigung der Ernährungskrise müsse das Recht auf Nahrung sein, das für alle Menschen gleichermaßen gilt, betonte das Bündnis. "Wir begrüßen, dass sich der Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir, ökologische Vorrangflächen ohne Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz für Futterzwecke und zur Beweidung frei zu geben, im Bundesrat durchgesetzt hat". Hunger, Krieg, Biodiversitäts- und Klimakrise dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. "Wir setzen auf Bundesminister Özdemir, wenn es darum geht, die Tierbestände und die Abhängigkeit von Futtermittelimporten zu reduzieren und die Beimischung von Agrarkraftstoffen, die aus Ölpflanzen und
Getreide erzeugt werden, umgehend zu beenden". Dann stehe auch genügend Getreide für die Ernährung zur Verfügung.

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Foto: Marion Lieser, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von Oxfam, bei der Kundgebung vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium; © Selene Magnolia

Zudem sei mehr Engagement auf internationaler Ebene nötig, um das Recht auf Nahrung für alle zu verwirklichen. Konkret forderten die Organisationen, die dringend erforderliche Nothilfe im Bundeshaushalt zu stärken, damit das Welternährungsprogramm seinen Auftrag im Jemen, in Somalia und weiteren Ländern, in denen akute Hungersnöte herrschen, erfüllen könne. Zudem forderten sie eine globale Antwort auf die sich verschärfende Ernährungskrise. Im Welternährungsrat könnten die Betroffenen in die Entscheidungen einbezogen werden.

Dabei müsse der Weg zu einem nachhaltigen und gerechten Ernährungssystem aufzeigt werden, das auf Agrarökologie statt auf industrielle Lebensmittelproduktion setze. So könnten Bauern der Klimakrise begegnen, die Biodiversität stärken und ausreichend gesundes Essen für alle produzieren.

Die Organisationen wandten sich zugleich gegen eine Steigerung des Einsatzes von Mineraldünger und Pestiziden sowie der Nutzung von Gentechnik. Zum internationalen Tag der Bauern am 17. April mahnen
sie, deren Rolle für die Lösung der weltweiten Ernährungskrise anzuerkennen, wie es die Bauernrechtserklärung der Vereinten Nationen vorsehe.

www.brot-fuer-die-welt.de

Foto: © Selene Magnolia